Wieder mal abend in Lima, wo einst Pizarro mit dem Schwert die ersten Quadrate in den sonnenverbrannten Boden zeichnete.
Wieder mal Rueckblick auf einen Tag in der Stadt, die immer noch von der gleichen Sonne gebacken wird.
Wir waren wieder zu Gast im Franziskaner-Konvent San Francisco, diesmal nicht als Filmstatisten, sondern bei einer Fuehrung. Altbekannt das untere Stockwerk mit Sakristei und Heiligenbildern im Atrium, ebenso die Katakomben mit dem lustigen Knochenmosaik.
Diesmal bekamen wir aber auch das obere Stockwerk zusehen, und die die maurisch beeinflusste Holzkuppel der Haupttreppe. ganz klares Highlight war aber die Bibliothek. Ein kleiner, aber fantastischer Saal, in dem sonst auch Harry Potter rumhaengen koennte, zweietagig, mit wunderbar altmodischen Wendeltreppchen, und die Waende voll mit alten Buechern, einer der bedeutendsten Sammlungen Laeinamerikas laut unserer Fuehrerin. Die Moebel mit dem zeitlosen Charme wirklich alter Stuecke, ganz vorne ein grosses aufgeschlagenes Buch mit einem Choral...ich schliesse mich Joe an, wenn och den Herrn der Ringe nochmal irgendwo durchlesen will, dann hier.
Der zweite Besuch heute war das "Museo del Oro", das, wie der Name schon andeutet, eine bedeutende Sammlung peruanischer Goldobjekte enthaelt, sowie Arbeiten aus Silber, Kupfer und Keramik. Man erhascht einen Blick auf den ganzen Prunk alter Kulturen, wenn man ein komplettes Set aus Krone, Zepter, Handschuhen, Maske, Mantel und Halskette sieht, alles VOLL Gold. Dazu unzaehlige Gefaesse, Ohrringe, Ziernadeln, Teppiche und natuerlich Tumis, unter anderem ein grosses, aeusserst preachtiges Stueck, Massivgold. Ein Schatz, im wahrsten Sinne des Wortes, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich um eine private Sammlung handelt.
Die Spucke, aber auch voellig, bleibt einem aber nicht im Goldkeller, sondern darueber weg, denn der Sammler war offensichtlich auch an Kriegsgeraet aller Art interessiert. Im Erdgeschoss lagert der groesste, vielfaltigste und offensichtlich wertvollste Haufen Waffen, den ich je gesehen habe, die schiere Masse an historischen Gewehren und Klingen, groesstenteils besonders verzierte Stuecke, erschlaegt einen. Allein die Absurd detailverliebten japanischen Schwerter wuerden einem kundigen Betrachter den Tag fuellen. Ich konnte nur mit offenem Mund rumlaufen. Oh, zwei perfekt erhaltene Pistolen aus dem siebzehnen Jahrhundert, schon wieder...und ist das Rosenquarz auf dem Gewehrlauf da? Ziemlich krass. Danach sind wir zurueck mit dem Bus durch die halbe Stadt gekurvt, fuer einen Sol pro Nase. Not bad insgesamt. Und jetzt guck ich, obs noch Milchreis gibt.
Chao, der Freebird